1. Wind über dem Moor
  2. Das Moorland ruft die Geister wortlos mit dem Wind
  3. leicht und launig streift er durch die Täler, neigt die Gräser
  4. doch bei den Tors, dort trachten selbst noch Bäume ihm zu flieh’n
  5. und nur der starre, unbeugsame Fels lässt ihn getrost gewähren
  6. Der Wind greift zornig nach den Wolken, umtost das Himmelsblau
  7. skizziert bizarr mit Licht und Schatten, spielt mit den Elementen
  8. gestaltet zauberhaft das Land, so sanft, so weit so unerhaben
  9. und deutet bald darauf es derb und karg, und schroff, und wild
  10. Die Partitur des Windes klingt ungleich bittersüß und hart
  11. unvermutet, jäh und wild jagt sein Staccato längs der grünen Mauern
  12. sie lauschen stumm, umarmt vom Wurzelwerk der greisen Riesen
  13. und über altem Grabgestein hallt leise nach sein Requiem
  14. Nur die Magie des Unsichtbaren im lautlos nebeldunstigen Gefilde
  15. bricht seine Macht, gebietet stille Demut auch dem Wind
  16. fast atemlos verharrt er eine Weile, gespenstisch, unkenntlich maskiert
  17. letztlich – das Moorland selbst bleibt wahr und pur – es biedert sich nicht an

 

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